Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1909. (43)

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sie  so  hoch  sein,  daß  die  Tiere  zwanglos  darin  stehen  können.  Gebrauchte  Käfige,  Kisten,
Körbe,  Säcke  oder  dergleichen  dürfen  nur  nach  gründlicher  Reinigung  wieder  benutzt  werden.
Ferner  müssen  Käfige  oder  ähnliche  Behälter,  wenn  die  Beförderung  voraussichtlich  mehr  als
36  Stunden  dauert,  mit  zweckmäßigen  Vorrichtungen  zum  Tränken  und  bei  Kleinvieh,  auch
zum  Füttern  der  Tiere  versehen  sein,  sofern  nicht  der  Absender  für  die  Fütterung  und
Tränkung  auf  Unterwegsstationen  in  anderer  Weise  gesorgt  hat.

(3)  Bei  Festsetzung  der  größten  Zahl  der  in  einen  Wagen  zu  verladenden  Tiere  ist
zu  berücksichtigen,  daß  Großvieh  nicht  aneinander  und  gegen  die  Wandung  des  Wagens
gepreßt  stehen  darf.  Dieser  Vorschrift  ist  genügt,  wenn  sich  ein  Mann  zwischen  den  eingeladenen
  Tieren  hindurch  bewegen  kann.  Bei  der  Ouerverladung  muß  außerdem  zwischen
den  Tieren  und  den  Wagenwänden  so  viel  Raum  bleiben,  daß  eine  Verletzung  der  Tiere
durch  Aufscheuern  oder  dergleichen  am  Kopfe  oder  am  Hinterteile  vermieden  wird.  Kleinvieh
muß  die  Möglichkeit  haben,  sich  zu  legen.  Die  Entscheidung  darüber,  ob  diesen  Vorschriften
entsprochen  ist,  steht  dem  Aufsichtsbeamten  zu.

(4)  Großvieh  und  Kleinvieh  sowie  Tiere  verschiedener  Gattung  dürfen  in  denselben
Wagen  nur  dann  verladen  werden,  wenn  jede  Gattung  durch  Schranken,  Bretter-  oder
Lattenverschläge  von  der  anderen  getrennt  wird.  Auch  in  Käfigen  oder  ähnlichen  Behältern
müssen  Tiere  verschiedener  Gattung  durch  Verschläge  oder  dergleichen  voneinander  getrennt
werden.  Bei  der  Beförderung  von  Muttertieren  mit  saugenden  Jungen  fallen  diese  Beschränkungen
  weg.

(5)  Die  mit  unverpacktem  Geflügel  beladenen  Wagen  sind  unter  Bleiverschluß  zu
befördern.

(6)  Die  Fußböden  der  offenen  Wagen  und  derjenigen  bedeckten  Wagen)  die  Lattenwände
  haben,  dürfen  nicht  mit  leicht  entzündlichen  Stoffen  bestreut  werden.

II.  Beförderung.

§ 4.
(1)  Lebende  Tiere  werden  in  Viehzügen  und  Güterzügen,  nach  näherer  Bestimmung
der  Eisenbahn  auch  in  Personenzügen  befördert.

(2)  Viehzüge  müssen  auf  Strecken  mit  regelmäßigem  starkem  Viehverkehr  an  bestimmten
von  der  Eisenbahn  bekannt  zu  machenden  Tagen  —  regelmäßig  oder  nur  nach  Bedarf  —
nach  den  bei  jedem  Fahrplanwechsel  festzusetzenden  Fahrplänen  verkehren;  sie  müssen  derart
gelegt  sein,  daß  der  Aufenthalt  für  das  auf  den  Anschlußlinien  zu-  und  abgehende  Vieh  auf
das  unbedingt  nötige  Maß  beschränkt  wird.  Bei  Aufstellung  der  Fahrpläne  ist  für  die
Tränkstationen  (§  6)  ein  ausreichender  Aufenthalt  vorzusehen.

(3)  Steht  so  viel  Vieh  zur  Beförderung,  daß  zu  seiner  Verladung  mindestens  20  Achsen
erforderlich  sind,  so  ist  in  Ermangelung  anderer  Beförderungsgelegenheiten  ein  besonderer
Viehzug  abzulassen.

§ 5.

(1)  Die  durchschnittliche  Geschwindigkeit  der  Viehzüge  (§  4  Abs.  (2))  darf  —  vorbehaltlich
  der  Befugnis  der  Landesaufsichtsbehörde,  bei  besonderen  Verhältnissen  nach  Genehmigung
des  Reichs-Eisenbahnamts  Abweichungen  zu  gestatten  —  nicht  weniger  als  25  km  in  der  Stunde

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