Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

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41.  Das  nicht  bei  der  Ausstattung  der  Mannschafts-,  Pferde-  und  Fahrzeugwagen
  mitbenutzte  Material  zu  Nothrampen  wird  möglichst  auf  den  mit
Fahrzeugen  beladenen  offenen  Wagen,  aushülfsweise  auch  im  Wagen  für  das
Gepäck  derart  untergebracht,  daß  es  ohne  Aufenthalt  vor  dem  übrigen  Gepäck
herausgenommen  werden  kann.

Dasselbe  gilt  auch  für  die  Unterbringung  der  Lanzen  der  Ulanen.

42.  Das  Einsteigen  der  Mannschaften  muß  bei  Militärzügen  spätestens
10  Minuten  vor  der  Abfahrtszeit  beginnen  und  5  Minuten  vor  derselben  beendet
  sein.

Sind  die  von  Truppen  besetzten  Wagen  an  einen  durchpassirenden  Zug  anzuhängen,
  so  muß  vor  dem  Einlaufen  des  letzteren  eingestiegen  werden.

Bei  Benutzung  der  mit  einem  solchen  Zuge  ankommenden  Wagen  müssen
die  Mannschaften  beim  Einlaufen  des  Zuges  zum  Einsteigen  bereitstehen.

43.  Das  Zugpersonal  öffnet  die  Wagen,  hebt  in  den  Wagen  IV.  Klasse
und  den  Güterwagen  die  Rücklehnen  aus,  klappt  bei  längsstehenden  Bänken  die
Mittelsitze  auf  und  lehnt  die  Trittbretter  an  die  Einsteigeseite  der  Wagen  ohne
feste  Trittstufen.

Auf  der  anderen  Seite  der  Güterwagen  ist  die  Thür  geschlossen  und  der
Vorlegebaum  eingelegt.  Für  Nachtfahrten,  sind  die  Laternen  einzuhängen  und  von
beginnender  Dunkelheit  ab  anzuzünden.

Das  Ein-  oder  Aussteigen  von  Kriegsgefangenen  darf  nur  in  soviel
Wagen  gleichzeitig  erfolgen,  als  genau  überwacht  werden  können,  die  Wagenthüren
  werden  erst  auf  Anweisung  des  Transportführers  in  dem  Maaße  geöffnet,
als  es  zum  Ein-  oder  Aussteigen  nach  einander  nöthig  wird.

44.  Nur  ausnahmsweise  wird  nicht  an  der  Abfahrtsstelle  eingestiegen.

45.  Der  Zugführer  eines  Militärzuges  bleibt  während  des  Einsteigens  der
Mannschaften  in  der  Nähe  des  kommandirenden  Offiziers.  Der  Führer  eines
Transports  auf  anderem  Zuge  erhält  beim  Vorzeigen  des  Militärfahrscheins  vom
Zugführer  die  weiteren  Mittheilungen  für  das  Einsteigen.

46.  Nachdem  die  Mannschaften  eingestiegen  sind,  wird  die  richtige  Besetzung
  der  einzelnen  Wagenräume  von  den  Offizieren  in  Gegenwart  des  zugehörigen
Schaffners  oder  vom  Transportführer  in  Gegenwart  des  Zugführers  —  bei
Militärzügen  in  Gegenwart  des  Stationsvorstehers  (event.  auch  des  Bahnhofs-Kommandanten)
  —  nachgesehen  und  endgültig  geordnet.  Hierbei  wird  festgestellt,
ob  die  Stärke  des  Transports  mit  den  Angaben  des  Militärfahrscheins  unter
Berücksichtigung  der  Ab-  und  Zuschreibungen  übereinstimmt,  und  bei  Militärzügen,
ob  die  zulässige  Achsenzahl  nicht  überschritten,  auch  die  Vorschriften  über  die  Art
der  Beladung  beachtet  sind.  Die  Schaffner  belehren  den  Aeltesten  eines  jeden

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Einsteigen
der  Mannschaften.